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Sandra Breunig - Matr.Nr: 720048 - sandra.breunig@stud.h-da.de

Selbstmarketing im Web 2.0

Einleitung

Für eine erfolgreiche Selbstpräsentation spielen nicht nur Auftreten, Umgangsformen und Kleidung eine Rolle, auch die Selbstpräsentation im Internet hat im Web-Zeitalter einen immer größeren Stellenwert. Angesichts einer zunehmenden Vernetzung wird es immer wichtiger, die Eigenpräsenz im Web 2.0 bewusst zu steuern. Insbesondere im beruflichen Umfeld avanciert die Online-Reputation beispielsweise für potenzielle Arbeitgeber oder Firmenkunden zu einem einflussreichen Bewertungskriterium.

Definition

Als Selbstmarketing beschreibt man die Summe aller Maßnahmen und Verhaltensformen, die darauf abzielen, sich selbst, seine Fähigkeiten und Kompetenzen einer bestimmten Zielgruppe zu verkaufen. Ein gelungenes Selbstmarketing bildet ein positives Image heraus. Letztlich geht es um eine systematische und bewusste Selbstvermarktung ähnlich dem eines Produkts oder Unternehmens. Außer dem Begriff Selbstmarketing existieren andere, gleichbedeutende Bezeichnungen wie Self Marketing oder Ego-Marketing.

Historie

Auch wenn das Selbstmarketing gerade in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat, liegen seine Ursprünge lange zurück. Bereits Adolph Freiherr Knigge, Schriftsteller und Aufklärer, verfasste gegen Ende des 18. Jahrhunderts mehrere Werke über die Grundlagen einer erfolgreichen Selbstpräsentation. Eine umfassendere Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgte durch den amerikanischen Kommunikations- und Motivationstrainer Dale Carnegie, der erkannte, dass man durch gesteuerte Verhaltensweisen einen Einfluss darauf hat, wie man von seinem Umfeld wahrgenommen wird. Eines seiner erfolgreichsten Bücher, das im Jahr 1949 erschien, trägt den aussagekräftigen Titel: "Wie man Freunde gewinnt. Die Kunst, einflussreich und beliebt zu werden".

Chancen und Risiken

Damals wie heute steht das Interesse im Fokus, andere Menschen oder Unternehmen für eigene Ideen und Ziele zu gewinnen. Lediglich die Foren, auf denen die Selbstpräsentation erfolgt, haben sich erweitert. Inzwischen nimmt das Internet dabei eine besondere Rolle ein, da inzwischen jeder Informationen, Inhalte und Meinungen einem breiten Publikum zur Verfügung stellen kann. Das kann über Blogs, über Profilseiten auf sozialen Plattformen wie Facebook oder Xing oder allein durch das Kommentieren anderer Beiträge erfolgen. Natürlich nutzen nicht nur Privatpersonen die umfangreichen Möglichkeiten des Web 2.0, auch Arbeitgeber, Geschäftspartner oder potenzielle Kunden haben die Vorteile erkannt und informieren sich etwa vor einem Vorstellungsgespräch über einen Bewerber. 40 Prozent der Arbeitgeber prüfen, ob diskreditierende Fotos im Netz kursieren, 28 Prozent wollen wissen, wie der Bewerber über Ex-Arbeitgeber schreibt und 41 Prozent interessiert, ob es Hinweise auf Alkohol oder Drogenkonsum gibt. Zu viele Partyfotos mit leeren Bierflaschen auf dem Tisch können so schnell das vorzeitige Aus für den Bewerber bedeuten.

Angesichts dieser Zahlen wird klar, wie wichtig es ist, ein besonderes Bewusstsein dafür zu entwickeln, wie man im Internet auftritt und was man preisgibt. Eine Möglichkeit, seine Online-Präsenz zu kontrollieren, ist das Ego-Googlen. Das sollte regelmäßig vorgenommen werden, um unliebsame Einträge löschen oder bearbeiten zu können, sofern das möglich ist. Insbesondere fremdgenerierte Inhalte sind, wenn sie erst einmal online sind, nur schwer zu entfernen. Selbst Content, den man selbst ins Netz stellt und dann wieder entfernt, hinterlässt oftmals Spuren, die auffindbar sind, wenn man nur gründlich genug sucht. Auch wenn das Web 2.0. in vielerlei Hinsicht schwer zu kontrollieren ist, so hat man dennoch die Möglichkeit, bestimmte Inhalte zu steuern. Gerade Soziale Netzwerke haben den Vorteil, dass der Zugang unkompliziert ist und sie leicht nutzbar für eine bewusste Präsentation sind. Inzwischen hat sich das Online-Reputations-Management herausgebildet, bei dem sich spezielle Dienstleister darum kümmern, imageschädigende Inhalte aufzuspüren und zu entfernen.

Planung

Bevor man sich daran machen kann, sein Image zu gestalten, muss man sich klar machen, welches Bild man im Internet repräsentieren will. Dazu müssen folgende Fragen geklärt werden:

  • Was genau will ich erreichen und wie möchte ich mich positionieren?
  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Wie möchte ich wahrgenommen werden?
  • Wie ist der aktuelle Stand meiner Präsenz?
  • Was möchte ich nutzen und was nicht?
  • Welches Alleinstellungsmerkmal möchte ich repräsentieren, welche Themen besetzen?

Ohne professionelle Unterstützung kann man durch verschiedene, simple Eingriffe seine Online-Präsenz steuern. Vorrangig geht es darum, direkten Einfluss auf die Google-Ergebnisse zu nehmen und bereits durch die Priorisierung der Trefferliste gesteuerten Content in den Vordergrund zu rücken. Beiträge, die sich positiv auf das Selbstimage auswirken, sollen schnell gefunden werden und unerwünschte Inhalte verdrängen.

Durch einen eigenen Blog mit einer Domain, die aus Vor- und Nachname besteht, geht das am leichtesten. Auch Profile bei Social Networks können hilfreich sein, wenn man bei seinen Einträgen auf Seriosität achtet und natürlich durch die Sicherheitseinstellungen den Zugriff auf die Beiträge begrenzt. Besonders vorteilhaft können sich auch Profile bei Expertenportalen oder Fachseiten auswirken. Wichtig ist vor allem, möglichst viel zu verlinken, um die gewünschten Beiträge hoch zu ranken.

Maßnahmen

Einige Maßnahmen für eine gesteuerte Online-Präsenz sind:

  • Anlegen von Accounts bei Sozialen Netzen (xing.com, linkedin.com, facebook.com etc.)
ABER: Auf eine überschaubare Anzahl von Accounts beschränken und einheitlichen Auftritt
Ausnahme: Accounts anlegen, um den eigenen Namen zu schützen (namechk.com, usernamecheck.com)
  • Social Bookmarking: Links zum Interessen- und Kompetenzgebiet: Liste mit Webseiten erstellen, die regelmäßig gelesen werden und diese auf Bookmark-Diensten publizieren (delicious.com,digg.com,etc.)
  • Eigenen Videokanal generieren (youtube.com, sevenload.com, vimeo.com)
  • Informative Fotos in öffentlichen Bildernetzen veröffentlichen (flickr.com)
  • Soziales Netzwerk eröffnen ( mixxt.de oder ning.com)
  • Twittern (twitter.com, auch Friendfeed etc.) -> News von anderen Usern retweeten
  • Homepage einrichten bzw. nach Aktualität prüfen (eigenen Namen als Domain sichern)
-SEO berücksichtigen: Page-Ranking prüfen (seitwert.de)
-Einträge in Directories (dmoz.org)
-Tags in Quelltext der Homepage einbinden
  • Gastschreiber bei Fachseiten werden oder Fachbeiträge kommentieren
  • Eigenes Blog einrichten und andere Blogs via RSS-Feed lesen (blog.de, wordpress.org)->
-Trackbacks setzen
-Blogroll einrichten
-Blogverzeichnisse nutzen
  • Eigene Seiten und Beiträge untereinander verlinken (durch Feeds etc.)
  • Link zu Blog/Homepage etc. in der E-Mail-Signatur angeben
  • Monitoring: Regelmäßige Prüfung der Profile im Netz, Accounts verifizieren (Awstats, auch: 123people.de, yasni.de)
  • Ego-Googlen/Google Alert einrichten: Ranking-Position, Inhalt korrekt und erwünscht?
  • Löschung unangenehmer Links (Deinguterruf.de)

Quellen:

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