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Twitter in der Unternehmenskommunikation

Licht und Schatten

Twitter ist die Chance für eine zukunftsfähige Unternehmenskommunikation. Oder ist die Anwendung zum Microblogging nur ein vorübergehender Hype, der sich langfristig nicht durchsetzen wird? Licht und Schatten der 140-Zeichen-Textnachricht

Twitter wurde im März 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt und gewann schnell international an Beliebtheit (Quelle: Wikipedia). Doch nicht nur im privaten Bereich werden wir regelmäßig über wichtige und weniger wichtige Neuigkeiten informiert. Auch Unternehmen zwitschern immer häufiger. Sie stellen dabei Produktinformationen bereit und kommunizieren mit ihren Kunden. Zudem posten sie Informationen über die Aktivitäten des Unternehmens, interne Arbeitsabläufe oder das Kantinenessen. Dass es sich hierbei häufig nicht um hochwertige Meldungen handelt, sondern die Kommunikationsexperten lediglich einem aktuellen Trend folgen, ist leider offensichtlich.

Auswertung einer Social Media Studie

Ein paar Fakten aus der Social-Media-Studie der Fortune Global 100 Unternehmen: Im Jahre 2010 haben 71 Prozent der europäischen Unternehmen getwittert – mittlerweile sind es bereits 83 Prozent. Durchschnittlich haben diese gelisteten Unternehmen 5.000 Follower pro Account. Twittern ist somit unbestritten die populärste Social-Media-Plattform der heutigen Zeit. War es den Twitter-Experten in der Vergangenheit noch wichtig, Meldungen in Echtzeit zu verbreiten, spielt die Weiterentwicklung in Richtung Dialog und Interaktion mit den Kunden eine immer größere Rolle. Der Kunde soll sich mit den Produkten identifizieren können. Dies kann erreicht werden, indem man ihn aktiv in das Firmenleben einbindet und eine Beziehungsebene schafft.

Viel Licht zum Twittern …

Auch weitere Vorteile liegen auf der Hand: die technischen Anforderungen sind gering, twittern kann grundsätzlich jeder Mitarbeiter. Über das Netz lassen sich zudem neue Zielgruppen generieren und Beziehungs- sowie Imagepflege betreiben. Neben der Verbreitung von News in Echtzeit sind außerdem keine Gatekeeper vorhanden. Und – last but not least – twittern ist kostengünstig!

… aber auch Schatten

Meiner Meinung nach bringt die Nutzung von Twitter auch viele Nachteile für das Unternehmen mit sich. Nicht nur, dass die Aktivitäten im Netz zu selten in das Gesamtkonzept der Unternehmenskommunikation eingebunden werden – sie finden häufig sogar völlig losgelöst von der Corporate Identity statt. Und ja: zwitschern kann jeder – leider! Denn die 140-Zeichen-Informationen sind in vielen Fällen nicht sonderlich gehaltvoll und können so dem Image schaden.

Natürlich möchten die Unternehmen mit der Zeit gehen und sich modern, offen und jugendlich präsentieren. Allerdings müssen sich die Zuständigen im Vorfeld die Frage stellen, ob Twitter in das eigene Kommunikationskonzept passt. Zudem sollten die Twitter-Verantwortlichen eingehend geschult werden. Durch die geringen technischen Anforderungen kann zwar generell jeder Mitarbeiter twittern – doch das heißt noch lange nicht, dass auch jeder dazu in der Lage ist.

Beispiele aus der Praxis

Die Daimler AG setzt Twitter sehr sinnvoll zur Unternehmenskommunikation ein. Im Daimler-Blog erfährt der Leser Neuigkeiten von Veranstaltungen, die live von Mitarbeitern vor Ort publiziert werden. Zudem gibt es regelmäßig Jobangebote sowie Informationen rund um das Unternehmen. Die Beiträge wirken wohl überlegt und es ist eine klare Struktur erkennbar. Daimler bietet Informationen mit Mehrwert und schafft sich so einen stetig wachsenden Follower-Kreis.

Auch H&M twittert sehr gelungen über neue Kollektionen und das soziale Engagement des Konzerns. Zudem gibt es Gewinnspiele, Infos zu besonderen Rabattangeboten und ebenfalls Stellenausschreibungen.

Die Deutsche Bahn dient leider als Negativbeispiel. Bereits im Oktober 2010 sorgte ein falscher Bahnaccount für Furore: Dieser enthielt Meldungen über eine geplante Bahncard für tote Fahrgäste und Ankündigungen von grundlosen und spontanen Streiks. Die Bahn hatte es im Vorfeld verpasst, sich den Account-Namen auf Twitter zu sichern. Bis heute gab es keine Stellungnahme zu der Blamage.

Quellenangaben:

http://www.website-boosting.de/blog/2009-02-24/was-bringt-twitter.htmlhttp://www.online-marketing-podcast.de/2011/fortune-global-100-unternehmen-erhohen-interaktivitat-im-social-web/3184/http://burson-marsteller.de/wp-content/uploads/2011/02/Burson-Marsteller_2011_Global_Social_Media_Check-up_Final.pdf http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter

Beispiele aus der Praxis:

http://twitter.com/#!/Daimlerhttp://twitter.com/#!/HMhttp://twitter.com/#!/DB_Info

Sonja Vogel, 4. Semester

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Page last modified on June 30, 2011, at 01:05 PM