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Definition

Social Software ist der Überbegriff für web-basierte Dienste, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Unterstützung für dialogorientierte Interaktion (wie z.B. Instant Messaging, Weblogs)
  2. Unterstützung für soziales Feedback; das heißt Beiträge können durch die „Gruppe“ bewertet werden, was zu (sehr wichtigem) digitalem Ruf führt. Der Begriff „Karma“ wird in diesem Zusammenhang ebenfalls verwendet. Er stammt aus dem Slashdot „Web Community-Modell“ (http://slashdot.org). Auch das Bewertungssystem von eBay setzt auf dieses Prinzip. Die User bemühen sich sehr um gute Bewertungen, um einen guten digitalen Ruf zu erhalten.
  3. Unterstützung für soziale Netzwerke; sie werden verwendet um einen digitalen Ausdruck für die persönlichen Beziehungen eines Menschen zu erstellen und zu verwalten. Dies funktioniert nach dem so genannten Schneeballprinzip. Der User trägt einige Bekannte und Freunde in seine Liste ein. Dadurch hat er aber auch gleichzeitig Zugriff auf die Freunde seiner Freunde. In kürzester Zeit entsteht mit wenigen Klicks ein Netzwerk aus mehreren hundert Kontakten.

Geschichte

Grundsätzlich unterstützt Social Software das Bedürfnis von Individuen, sich zusammenzuschließen und den Wunsch in Gruppen aufgenommen zu werden, um persönliche Ziele zu erreichen. Von manchen Experten wird die „Cc:-Zeile“ in E-Mails bereits als Beginn von Social Software angesehen. Social Software erlaubt es, neue soziale Gruppierungen zu kreieren, aus denen dann neue soziale Gepflogenheiten entstehen. Kenneth Boulding, Ökonom, Geistes- und Sozialwissenschaftler, drückt es so aus: „We make our tools, and then they shape us.” Social Software verändert also die Art, wie wir uns sozialisieren.

Während traditionelle Groupware, wie zum Beispiel Lotus Notes, mit der Organisation beziehungsweise dem Projekt beginnt und erst dann den Einzelnen berücksichtigt, arbeitet Social Software genau anders herum – sozusagen von unten nach oben: Menschen melden sich in einem System, zum Beispiel in einem Instant Messaging-Client, an, um sich dann durch persönliche Entscheidungen und Aktionen mit Anderen zu sozialisieren. Social Software startet nicht mit einem klar definierten Projekt, sondern liefert eine weit verzweigte Welt, in der sich Kommunikation frei entfalten kann: vom Einzelnen, zur Gruppe, zu vielen Gruppen und schließlich zu (theoretisch) allen Internetnutzern.

Tendenzen

Die nächste Generation von Social Software (zu der auch Weblogs gehören) verwertet bereits zweit- und drittrangige Informationen: Freunde von Freunden, digitaler Ruf basierend auf dem Level der Interaktion, Bewertungstabellen,... Gruppen können sich noch schneller formen und selbst organisieren, anstatt einer Struktur oder Organisation untergeordnet zu sein.

Social Software ist gerade jetzt so erfolgreich, weil besonders preiswerte und schnelle Systeme auf dem Markt sind, die von Millionen von motivierten, geselligen und eifrigen Internetnutzern akzeptiert und etabliert werden. Einige Investoren sind schon dabei, erfolgreiche Wirtschaftsmodelle für Social Software zu entwickeln. Künftig wird sie einen großen Einfluss darauf haben, wie Unternehmen die Märkte erschließen.

Die wichtigsten Elemente von Social Software werden in konventionellere Softwarelösungen integriert werden und auch dort die Kommunikation und die Zusammenarbeit verändern und somit die Art und Weise, wie Unternehmen verkaufen und mit ihren Kunden interagieren.

Gefahren und Lösungen

Die Freiheit, alles (auch Irrelevantes und Anstößiges) zu veröffentlichen, steht im Widerspruch zum Wunsch der Gruppe, in der Lage zu sein, interessante Kommentare schnell zu finden und nicht an Desinformation zu ersticken. Die Lösung für dieses Problem der fehlenden Zensur besteht aus drei Elementen:

  1. Moderation (etablierte Mitglieder bewerten Inhalte)
  2. Meta-Moderation (Prüfen der Moderatoren auf Vorlieben,...)
  3. Karma (welches Mitglied hat einen guten Ruf?)

Beispiele

Der Open Business Club ist einer der erfolgreichsten deutschen Anbieter. Mehr als 100.000, überwiegend deutsche Mitglieder sind registriert. Er ist ein professionelles Werkzeug für Manager und Geschäftsleute, die hier neue Aufträge und Mitarbeiter, sowie künftige Business-Partner finden können.

LinkedIn, ein Anbieter aus den USA, arbeitet mit einem Filter für eingehende Anfragen. Durch das so genannte Empfehlungs-Marketing kommen nur Erfolg versprechende Geschäftskontakte zustande, über Empfehlungen steigert man wiederum seine Reputation. In der Grundeinstellung werden direkte Beziehungen nicht angezeigt. Nur bei einer überzeugenden Begründung für die Anfrage wird man an die gewünschte Person weitergereicht. Dadurch ist eine hohe Qualität der Beziehungen gewährleistet.

Links

http://www.friendster.com/

https://www.openbc.com/

https://www.linkedin.com/

https://www.orkut.com/Login.aspx

http://ryze.com/

http://stayfriends.de/

http://www.freundeszeit.de/isa/newdate/start

Quellen

http://www.darwinmag.com

http://www.shirky.com

http://www.computerwoche.de

Präsentation

Die Präsentation zum Thema als Download

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Page last modified on May 22, 2006, at 08:31 AM