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SOCIAL COMMERCE

von Jennifer Knäbe (Stand Mai 2011)

1. Definition (im Hinblick auf E-Commerce)

Der Social Commerce stellt die zwischenmenschlichen Beziehungen und Interaktionen (den Austausch von Bewertungen, Produktinformationen und Feedback) in den Vordergrund, die vor, während und nach geschäftlichen Transaktionen eine Rolle spielen, und setzt damit dem Electronic Commerce eine zusätzliche kooperations- und kommunikationsorientierte Ebene auf. [Richter,Koch, Krisch (2007) Social Commerce, S.5]

2. Definition

Social Commerce ist jene Form des elektronischen Handels, die das Online- Einkaufserlebnis durch den Einsatz von Social Media – also Online-Medien, die soziale Interaktion und Userbeteiligung ermöglichen – aufwertet. [Dr. Paul Marsden (2009) Social Commerce, S.1]

3. Die Entwicklung zum Social Commerce

Social Commerce ist eine neue Ausprägung des E-Commerce. Sie profitiert von den Möglichkeiten der Social Media. Der Kunde befindet sich nicht mehr in der passiven Stellung in der Beziehung zum Unternehmen. Es entsteht ein neues Beziehungsgeflecht zwischen Produzenten, Händlern und Kunden, das die Art der Interaktion der Akteure verändert. Aus der ein-Weg-Kommunikation wird nun eine Mehr-Weg-Kommunikation, die es allen Akteuren ermöglicht sich gegenseitig zu beeinflussen.

Es gibt zwei neue Kerneigenschaften der Nutzer im Social Commerce: Erstens die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen zu bewerten und zu empfehlen. Zweitens den Wandel vom Wertschöpfungsempfänger zum Wertschöpfungspartner durch neue Kooperations- und Interaktionstools.

Um die entstandene Vielzahl an Tools, Diensten und Applikationen zu strukturieren, kann man die Social Commerce geeigneten Werkzeuge sechs Kategorien zuordnen [vgl. Dr. Paul Marsden (2009) Social Commerce, S.6]:

  1. Social Shopping
  2. Ratings & Reviews
  3. Empfehlungen und Referrals
  4. Foren und Communities
  5. Social Media Optimierung (SMO)
  6. Social Ads und Applikationen

4. Kunden

Die Kunden können vier verschiedenen Kategorien zugeordnet werden.

Die erste ist der Kunde als Berater und Experte. Hier möchte der Kunde sein Wissen und seine Erfahrung weitergeben, und bewertet, beschreibt oder empfiehlt Produkte.

Die zweite Form ist der Kunde als Produktgestalter. Er kann aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten selbst an der Gestaltung und Produktion teilhaben.

Die dritte Kategorie bilden die Kunden als aktive Verkäufer. Dem Kunden werden Werkzeuge an die Hand gegeben, die es ihm ermöglichen, eigene Produkte zu kreieren und diese selbst online zu vertreiben. So strahlt die Reputation des Konsumenten auf die Marke ab und umgekehrt.

Die vierte Gruppe bilden die passiven Akteure, die sogenannten Lurker. Sie stellen die reinen Konsumenten dar, die sich über die Beiträge der aktiven Kunden informieren, beraten und beeinflussen lassen [vgl. Daniel Hoffmann(2010) Social Commerce in der praktischen Umsetzung,S. 26 f.].

5. Unternehmen

Auf der Angebotsseite stehen nach wie vor in erster Linie die Unternehmen als Anbieter von Waren und Dienstleistungen. Allerdings haben sich die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen verändert: Durch die neue Interaktion mit den eigenen Kunden und Konsumenten können Unternehmen im Social Commerce z.B. durch Web-Monitoring frühe Trends und Warnsignale erkennen, durch Bewertungen und Empfehlungen Kundenfeedback erhalten oder mit weiteren Kommunikations- und Kooperationsdiensten und - anwendungen den Abverkauf fördern.

6. Mediatoren

Mediatoren stellen im Social Commerce aus verschiedenen Quellen aufbereitete Informationen zur Verfügung. Es geht dabei meistens um Kommunikationsplattformen, die Informationen von Unternehmen mit passenden Nutzerinformationen kombinieren und so den Konsumenten Social Navigation ermöglichen.

7. Die Idee des Social Commerce

Die Grundidee des Social Commerce ist nicht neu. Schon im Jahr 1995 öffnete der Onlineshop Amazon.com, der damals noch ein reiner Bücherverkauf war. Bereits in den Anfängen konnten die Nutzer Bücher bewerten und sich austauschen. Im selben Jahr startete auch eBay (damals: AuctionWeb.com)mit einem virtuellen Marktplatz für private Auktionen und Verkäufe. eBay implementierte schon frühzeitig Funktionen, die Bewertungen und Interaktionen erlaubten, um Verkäufer und Käufer zu bewerten und somit seinen Nutzern erste Social Navigation zu ermöglichen [vgl. Daniel Hoffmann(2010) Social Commerce in der praktischen Umsetzung,S. 30 ff.].

Der Begriff des Social Commerce entstand erst einige Jahre später, durch die Entwicklung und Verbreitung das Web 2.0 Gedanken und schließlich der praktischen Umsetzung in die Social Media.

8. Fazit

Die Verknüpfung von E-Commerce und Social Media stellt eine Win-Win-Situation her, von der Verkäufer und Käufer gleichermaßen profitieren. Aus Unternehmenssicht entsteht ein Return on Investment bzw. ein neuer Raum zur Entwicklung neuer, innovativer Geschäftsmodelle.

Auf der anderen Seite profitieren die Kunden, da sie zum einen nun in der Lage sind, Produkte zu bewerten und zu empfehlen, und zum anderen ein neues Einkaufserlebnis erfahren. Das stärkt das Vertrauen zum Onlineshop und schafft Mehrwerte durch Kommunikations- und Kooperationstools.

9. Quellen

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Page last modified on August 03, 2011, at 10:27 PM