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Semantic Web – Neue Wege der Information und Kommunikation
von Katja Eisert

Ist bei manchen zwar das Web 2.0 noch nicht angekommen, so ist schon von Web 3.0 die Rede – das Semantic Web. Doch was verbirgt sich dahinter genau? Das Semantic Web fungiert als eine Art Erweiterung des World Wide Web. Ist das heutige WWW, wenn man es einfach betrachtet, ein Sammelsurium von Informationen unterschiedlicher Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen, so geht das Semantic Web einen Schritt weiter. Semantisches Web bedeutet letztendlich etwas technisch-strukturelles. Man versucht das Web zu erweitern, in dem man Beziehungen der Artikel, Inhalte, Autoren zueinander mit einbezieht – sei es inhaltlicher Art, sei es struktureller Art, sei es kontextueller Art. (vgl. Lennartz 2006) Maschinen sind dann in der Lage Inhalte interpretieren und automatisch weiter verarbeiten zu können. Informationen über Orte, Personen und Dinge werden mit Hilfe des Sematnic Webs von Computern miteinander in Beziehung gesetzt, ausgewertet und ausgegeben. Somit stehen im Semantic Web Daten als auch Dokumente so zur Verfügung, dass diese von den Maschinen gelesen, verarbeitet, transformiert und auf sinnvolle Art zusammengestellt werden können. (vgl. Altova.com o.J.)

Doch was bedeutet das nun genau?

Ein Beispiel: Sie arbeiten als Software-Berater und ihre Firma muss ein dringendes Projekt in der Niederlassung in San Francisco durchführen. Sie sollen so bald wie möglich nach San Francisco fliegen, um mit der Arbeit zu beginnen. Sie nehmen Ihren Handheld Computer zur Hand, aktivieren den Semantic Web Agenten und weisen ihn an, einen Non-Stop-Flug nach San Francisco zu buchen, der morgen noch vor 10 Uhr Vormittag abfliegt. Wenn möglich hätten Sie gerne einen Sitz am Gang. Sobald Ihr Agent einen passenden Flug findet, in dem noch ein Sitz am Gang frei ist, bucht er den Flug mit Ihrer American Express Card und weist die Kosten in Ihrer Buchhaltung dem Konto Ihres Kunden zu. Als nächstes geben Sie an, dass Sie eine Limousine benötigen, um zum Büro zu gelangen. Ihr Agent sucht daraufhin nach Limousinen-Services mit der Service-Bewertung "sehr gut" und bucht einen Fahrer, der Sie 30 Minuten nach Ankunft des Flugzeugs abholt. Zusätzlich reserviert Ihnen Ihr Agent ein Zimmer in Ihrem Lieblingshotel in San Francisco. Schließlich aktualisiert der Agent Ihren Terminkalender, trägt die Reiseinformationen ein und druckt die Reisebestätigungen im Büro aus. (vgl. Altova.com o.J.) Mit Hilfe des Semantic Webs war es ihrem Handheld möglich die Informationen und Daten aus verschiedenen Quellen im Internet zusammen zu suchen, zu interpretieren und letztendlich mit den Angaben zu operieren, um Ihre Reise zu planen. Dieses Beispiel ist ein sehr visionärer Ansatz dessen, was mit Hilfe des Semantic Webs erreicht werden kann und zeigt, wie viel Potential in dieser Technik steckt.

Was muss getan werden, damit das Semantic Web so funktioniert?

Betrachten wir dies auf einer einfachen Ebene: Informationen die wir im Netz bereit stellen werden mit Metadaten angereichert, also mit Daten, die Daten beschreiben. Maschinen können anhand dieser Metadaten Rückschlüsse ziehen und verstehen somit worum es sich bei der Datenressource handelt und in welchem Zusammenhang diese mit anderen Daten stehen. (vgl. Altova.com o.J.) Hierfür etablierte das World Wide Web Consortium (W3C) ein System zur Beschreibung der Ressourcen, das Resource Description Framework (RDF), welches als formale Beschreibung der Informationen, wie Titel, Autor, Datum, Inhalt etc. dient. (vgl. W3C School o.J.)

Blogs - Semantic Web bereits heute

Das Semantic Web hat sich bereits schon im Social Web breit gemacht. Blogs haben heute schon mehrere Autoren und die Inhalte werden vom Leser auf userspezifischen Plattformen konsumiert (Newsreader, individuellen Startseiten, Gadgets..). Mit Hilfe von JavaScript und RSS können Anwender heute schon Inhalte, losgelöst von der Ausgangsplattform, konsumieren. Blogs sind oftmals eine Mischung aus Flickr-Bildersammlungen, del.icios.us Links, Google-Kalender und User-Kommentaren. Somit hält das Semantic Web schon heute Einzug in den Alltag des World Wide Web. (vgl. Lennartz 2006) Blogs der Zukunft werden vom Konsumenten komplett zusammengestellt. Ort, Inhalt und Autor bekommen eindeutige Zuordnungen und werden selbstständige Einheiten. Der User kombiniert diese Einheiten mit seiner Nachfrage und der Autor hat lediglich Einfluss auf die Nachfrage anhand der Metadaten mit welchem er seine Inhalte anreichert. Wie und was der Rezipient konsumieren wird obliegt ihm selbst und seiner Nachfrage.

Ausblick

Das World Wide Web verändert sich vom Sammelsurium von Informationen zum Dienstleister für den Anwender. Computer und Maschinen werden mehr leisten können, als wir uns das heute vorstellen können. Jedoch werden die Maschinen die Informationen nicht wie ein Mensch verstehen, jedoch anhand der Metadaten logische Verbindungen herstellen und Entscheidungen treffen. Wir, als Anwender, bestimmen am Ende nur, was wir konsumieren wollen, der Rest erledigt für uns die Maschine.




Quellen:

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Page last modified on August 10, 2009, at 04:56 PM