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Friendfeed

Ob Weblogs, Microblogging, Bookmarking, Videoportale oder Fotocommunitys: Das Web 2.0 und seine zahlreichen Dienste wachsen in Höchstgeschwindigkeit. Dem Themen interessierten Nutzer fällt es zunehmend schwer, stehts auf dem laufenden zu bleiben. Nicht selten bleibt wenig Zeit sich durch all diese Seiten und Dienste zu klicken. Um zumindest auf Websites und Weblogs auf dem laufenden zu bleiben, gibt es längst einige praktische Feedreader. Selbiges kann auch Friendfeed und noch einiges mehr.

Friendfeed ist ein so genannter Social Aggregator, der es dem registrierten Nutzer ermöglicht, das Internetverhalten anderer User zu verfolgen und deren neusten Online-Aktivitäten durch Feeds gebündelt auf einer Seite zu erhalten. Die Nutzung ist bisher kostenlos. Entwickelt wurde das Startup von Bret Taylor, Jim Norris, Paul Buchheit and Sanjeev Singh, die zuvor als Softwaredesigner bei Google tätig waren (vgl. computerwoche.de 2007). Friendfeed wurde im Februar 2008 gelauncht und steht bisher ausschließlich als englischsprachige Version zur Verfügung.

Welche Dienste werden unterstützt?

Zur Zeit lassen sich insgesamt 43 Dienste von Friendfeed unterstützen beziehungsweise aggregieren:

Amazon, Blogs, Brightkite, del.icio.us, Digg, Diigo, Disqus, Flickr, Furl, Gmail/Google Talk, Goodreads, Google Reader, Google Shared Stuff, identi.ca, Ilike, Intense Debate, Jaiku, Last.fm, LibraryThing, LinkedIn, Ma.gnolia, Mister Wong, Mixx, Netflix, Netvibes, Pandora, Picasa, Plurk, Polyvore, Pownce, Reddit, Seesmic, SlideShare, SmugMug, StumbleUpon, tipjoy, Tumblr, Twitter, Upcoming, Vimeo, Yelp, YouTube, Zommr (vgl. Friendfeed.com 2008).

Weitere Funktionen

Neben der bereits erwähnten Hauptfunktion, dem Aggregieren von Web 2.0 Anwendungen, verfügt Friendfeed über weitere Funktionen. So lassen sich für den jeweiligen Nutzer besonders Interessante Beiträge mit einer „I Like“-Funktion bookmarken und jederzeit ohne lange Suche wieder aufrufen (vgl. Weiss 2008). Weiter lassen sich über eine „Share“-Funktion Beiträge an andere Nutzer weiterempfehlen. Auch eine Kommentarfunktion zu beiträge ist gegeben. Über eine weitere Funktion lassen sich unerwünschte Beiträge ausblenden. Eine neuere Funktion beziehungsweise Erweiterung sind die sogenannten Rooms, auf die ich im folgenden näher eingehen möchte.

Rooms

Unter einem Room versteht man bei Friendfeed eine Art Forum oder ein abgegrenzter Bereich, in dem sich Nutzer über verschiedene Themen austauschen können. So behandelt jeder Room ein eigenes Thema, über das diskutiert werden kann oder auch interessante Links ausgetauscht werden können. So zum Beispiel der Room „PR Blogger“ von Klaus Eck, in dem Themen rund um die PR behandelt werden. Eröffnet kann ein solcher Room kostenlos und ganz einfach von jedem Nutzer. Während bei Diensten wie Twitter Informationen schnell durch neues Tweets in den Hintergrund rutschen, werden in den Friendfeed Rooms Themen längere Nutzungsmöglichkeiten und Diskussionen zugeführt (vgl. 1 Eck 2008).

Die Nachteile von Rooms

Die Room-Funktion geriet an manchen Stellen jedoch in die Kritik. Während Dienste wie Xing oder Facebook bereits Gruppen anbieten, ist das Room-Konzept von Friendfeed nur ein weiteres Medium, das Zeit und Lust kostet (vgl. Pleil 2008). Ein weitere Kritikpunkt ist, dass die Rooms eigentlich nicht in das Konzept von Friendfeed passen. Wo Friendfeed doch eigentlich alle Informationen bündeln will, bietet es mit den Rooms nur eine weitere Plattform, die schlussendlich besucht werden muss (vgl. Basic 2008). Ein weiteres Manko ist die Tatsache, dass Friendfeed über keine Suchfunktion von Rooms verfügt, was das Suchen und Finden solcher deutlich erschwert.

Fazit

Ob sich Friendfeed eines ähnlichen Erfolges erfreuen kann wie Twitter, bleibt abzuwarten. Als positiv an Friendfeed ist die Funktion des Aggregierens von Web 2.0-Anwendungen allemal. Der Nutzer muss nun nicht mehr zahlreiche Seiten besuchen, um einen Überblick über Neuigkeiten zu erhalten, sondern erhält diese gebündelt auf einer Seite. Im Gegensatz zu Twitter stören Diskussionen bei Friendfeed auch nicht den Stream. Diese können entweder durch die Kommentarfunktion unterhalb des Beitrags stattfinden oder in den Rooms fortgeführt werden. Interessant ist Friendfeed vorallem für die Pressearbeit: Angenommen ich nutze in meinem Unternehmen oder meiner Agentur bereits einige Web2.0 Dienste, so kann ich diese mit Friendfeed zusammenfassen und fortan Journalisten oder anderen Interessierten via RSS-Feed zur Verfügung stellen. Somit ist gewährleistet, dass Stakeholder stets auf dem laufenden bleiben (vgl. 2 Eck 2008).

Als negativ kann das bereits erwähnte zweifelhafte Room-Konzept angesehen werden. Außerdem besteht die Gefahr, dass beispielsweise Blogbeiträge fortan ausschließlich auf Friendfeed, jedoch nicht mehr auf dem eigentlichen Weblog kommentiert werden. Das eigentliche Blog „hungert“ somit aus und Diskussionen finden nur noch extern auf Friendfeed statt.

Literaturverzeichnis:

Basic, Robert (2008): Friendfeed Rooms, in Basic Thinking Blog, vom 23.5.2008, URL: http://www.basicthinking.de/blog/2008/05/23/friendfeed-rooms/ (Abruf 30.5.2008)

Computerwoche.de – Autor unbekannt (2007): FriendFeed spioniert Surfverhalten der Freunde aus, in Computerwoche.de, vom 2.10.2007, URL: http://www.computerwoche.de/nachrichtenarchiv/551883/ (Abruf: 30.5.2008)

1 Eck, Klaus (2008): Social Media: Friendfeed punktet mit neuem Konzept, in PR Blogger, vom 26.5.2008, URL: http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/05/friendfeed.html (Abruf: 30.5.2008)

2 Eck, Klaus (2008): Friendfeed für die PR nutzen, in PR Blogger, vom 22.4.2008, URL: http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/04/friendfeed-fr-d.html (Abruf: 30.5.2008)

Friendfeed.com -Autor unbekannt (2008): About Us, in Friendfeed.com, URL: http://friendfeed.com/about/ (Abruf 5.8.2008)

Pleil, Thomas (2008): Friendfeed: Skeptisch in den Experimentiermodus gewechselt, in Das Textdepot, vom 26. Mai 2008, URL: http://thomaspleil.wordpress.com/2008/05/26/friendfeed-skeptisch-experimentiertmodus/ (Abruf: 30.5.2008)

Weiss, Marcel (2008): Warum friendfeed das nächste große Ding ist, in Netzwertig.com, vom 29.5.2008, URL: http://netzwertig.com/2008/05/29/warum-friendfeed-das-naechste-grosse-ding-ist/ (Abruf: 31.5.2008)


5-Minuten-Thema von Stefan Herber im Rahmen der PR-Veranstaltung PR Ia (Thomas Pleil) Studiengang Online-Journalismus mit Schwerpunkt Online-PR/ Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule Darmstadt (Sommersemester 2008)

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Page last modified on August 07, 2008, at 02:38 PM