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Investor Relations im Internet (Online-IR)

Der Zug der Globalisierung ist längst angerollt und gewinnt rasant an Tempo. Wer noch aufspringen will, muss nicht nur mit der richtigen Idee zur rechten Zeit am rechten Ort sein, sondern auch viel Mut und Durchhaltevermögen aufbringen. Doch auch diejenigen, die bereits als Passagiere an Bord sind, benötigen eine gute Portion zusätzlichen Engagements, um am Ende nicht doch noch vom Waggon runterzufallen. Und wer sich gar bereits in Sicherheit wähnt oder in seinen Entscheidungen zu lange zögert , läuft Gefahr, gnadenlos überrollt zu werden. Das ist die Realität –der internationale Börsendschungel, für den sich Unternehmen wappnen müssen!

Kampf um Anleger – Kampf ums Überleben

Im fortschreitenden Stadium der Internationalisierung stehen sich börsennotierte Unternehmen zunehmend in einem verschärften Wettbewerb gegenüber. Der potenzielle Anleger wird dabei zum heißumworbenen Objekt der Begierde. Um dessen Gunst wird nicht nur gebuhlt, sondern regelrecht gekämpft. Die Unternehmen sind bestrebt, ihre Aktionäre durch vertrauensbildende Maßnahmen an das Unternehmen zu binden. Gleichzeitig versuchen sie stetig, neue Anleger für sich zu gewinnen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Konkurenz schläft nicht. Eins ist gewiss: Die Bindung der Aktionäre ist heute für den Fortbestand und das Überleben der Unternehmen wichtiger denn je.

Was die Aktienkurse bestimmt

Zwar ist allgemein bekannt, dass Klatsch und Tratsch die Börsenkurse bewegen können, das Ausmass und die Konsequenzen werden aber oft unterschätzt. Wer glaubt, dass nur harte Faktoren wie beispielsweise BilanzKennzahlen und die gesamtwirtschaftliche Lage des Unternehmens die Bewertung seines Aktienkurses bestimmen, der irrt. Auch die weichen Faktoren, z.B. Mutmassungen, Fantasien und Visionen, aber auch bewusste Falschmeldungen, Gerüchte, das Image des Unternehmens und der Ruf seines Vorstands haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entwicklung der Börsenwerte. So haben verschiedene Studien ergeben, dass die harten Faktoren bei den DAX-Werten zu 65 Prozent den Aktienkurs beeinflussen, die weichen Faktoren entsprechend nur 35 Prozent. Bei den Werten des Neuen Marktes verhält es sich hingegen genau umgekehrt. Hier bestimmen die harten Faktoren nur zu 39 Prozent den Kurs und die weichen Faktoren schlagen mit 61 Prozent gnadenlos zu. Gewaltige Kurssprünge, die Milliarden an Börsenwerten schaffen und sie im nächsten Augenblick wieder vernichten, können die Folge davon sein. Euphorie und Hysterie liegen an der Börse eben eng bei einander. Und so sind Investoren weiterhin auf Vorhersagen, Unternehmensinformationen und letztendlich auf ihren Instinkt angewiesen!

Investor Relations – Professionelle Finanzkommunkation

Die bereits erwähnten Studien ergaben zudem , dass bis zu 40 Prozent des Aktienkurses von der Kommunikationsstrategie und vom Bekanntheitsgrad seines Unternehmens abhängen können. Diesen Umstand haben Unternehmen erkannt. Doch wie können sie dem Wandel in den Anforderungen der Finanzmärkte gerecht werden? Und wie erreichen sie ihre Anleger auf einfache, schnelle, effiziente und kostensparende Weise? Online-Investor-Relations (Online-IR) scheint die Lösung des Problems zu sein, denn die professionelle Finanzkommunikation, insbesondere die Beziehungspflege zu den Investoren mit den Möglichkeiten des Internets, verzeichnen einen regelrechten Boom. Doch was heisst das aus Unternehmenssicht?

Chancen von Online-IR aus Unternehmenssicht

Mit Investor Relations (IR) versucht ein Unternehmen, möglichst viele Mitglieder der Finanzgemeinde positiv zu stimmen und an sich zu binden. Zur Financial Community gehören im Internet im wesentlichen vier Gruppierungen (mit unterschiedlichen Interessen und Wünschen, die es zu berücksichtigen gilt):

  1. Institutionelle Anleger
  2. Privatanleger
  3. Finanzanalysten
  4. Finanz- und Wirtschaftsjournalisten.

Das Unternehmen versorgt seine Investoren mit ausreichenden Informationen und versucht so, Gerüchten entgegenzuwirken, die den Aktienkurs negativ beeinträchtigen könnten. Bei Online-IR wird das Internet im besonderen Maßen aufgrund der schnellen, weltweiten Verfügbarkeit als wichtigste Informationsquelle genutzt. Ziel ist es, den potenziellen Anlegern die Recherche zu erleichtern, durch Tranzparenz Glaubwürdigkeit zu schaffen, Vertrauen zu gewinnen und die Bekanntheit des Unternehmens zu steigern. Es ist der Versuch, den interessierten Zielgruppen ein möglichst exaktes Bild der wirtschaftlichen Leistungskraft und Zukunftsperspektiven des Unternehmens zu vermitteln. Darüberhinaus sollen auch die Qualität und Kompetenz des Managements und die Professionalität auf allen Unternehmensebenen deutlich werden. Im Idealfall erkennt der Anleger die strategische Ausrichtung des Unternehmens und kann Unternehmensentscheidungen logisch nachvollziehen. Um all diese Anforderungen zu erfüllen, müssen die in einem Unternehmen für die Investor-Relations-Sites Verantwortlichen neben Kommunikations-Know-how, auch über Online-Wissen und fundierte Finanzkenntnisse verfügen. Was heisst das konkret für die Umsetzung?

Pflichtinhalte guter IR-Sites

Um es mit den Worten von Rolf Breuer auszudrücken: „Der Geschäftsbericht ist für uns das wesentliche Instrumentarium im Wettbewerb um Kapital, Kunden und Mitarbeiter und unser Ansehen in der Öffentlichkeit!“ Er ist folglich ein ein unbedingtes Muss auf jeder IR-Site! Desweiteren sollten aktuelle Pressemitteilungen sowie eine Presseschau und ein Archiv auf keinen Fall fehlen. Darüber hinaus muss der Anleger mit wenigen Clicks auf Quartals-, Zwischen und Halbjahresberichte, aber auch auf Unternehmenskennzahlen, Börsendaten und verschiedene Charts zugreifen können. Es empfielt sich ebenfalls, Portraits vom Unternehmen und vom Management bereitzustellen. Hierbei ist die Personalisierung des Vorstandsvorsitzenden erwünscht, denn damit bekommt das Unternehmen ein Gesicht – eine Massnahme, die sich positiv auf den Bekanntheitsgrad des Unternehmen auswirken kann wie man am Beispiel von Microsoft und Bill Gates sehr gut nachvollziehen kann.

Letztendlich muss man festhalten, dass professionelle Online-IR alleine kein Garant für eine erfolgreiche Finanzkommunikation ist, aber ein vielversprechender Lösungsansatz ist es gewiss!

Beispiele für gute IR-Sites:

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Page last modified on May 22, 2006, at 08:31 AM