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Körpersprache - Wissen wie man vor großem Publikum eine gute Figur macht

Nur sieben Prozent des Gesagten wirken sich auf den Eindruck aus, den wir bei anderen Menschen hinterlassen. Das sagen uns die Wissenschaftler (vgl. sueddeutsche.de ). Argumente sind wichtig - doch was nutzen sie also, wenn man sie als Person nicht glaubhaft machen kann? „Die Körpersprache ist die Kleidung der Gedanken“, sagte einmal Samuel Johnsen. So verrät sie unserem Gegenüber viel über den eigenen Gefühlszustand - man kann jedoch lernen diese Signale zu kontrollieren.

Vorhang auf – die Vorstellung beginnt

Die Ausgangsbasis für eine Präsentation sollte der neutrale Stand sein. Um diesen sicheren und natürlichen Stand zu finden stellt man sich etwa hüftbreit, die Füße annähernd parallel und verteilt das Gewicht auf beide Beine. Da Omas Geheimtipp „Kopf hoch, Brust raus, Bauch einziehen“ meist eher militärisch als sympathisch wirkt, gibt es eine hilfreiche Übung für eine natürliche aufrechte Haltung:

„Stehen Sie breitbeinig. Lassen Sie den Oberkörper vorn übersinken und bleiben Sie so lange mit dem Kopf nach unten hängend stehen, wie es Ihnen nicht unangenehm ist. Achten Sie darauf, dass die Atmung fließt. Der Kopf hängt, der Hals wird immer länger, die Rückenmuskulatur gibt zum Boden nach. Richten Sie sich nun langsam auf, Wirbel für Wirbel. Die Atmung fließt gleichmäßig weiter, der Kopf hängt, wird erst ganz zum Schluss aufgerichtet: Nun stehen Sie ganz natürlich und ohne Übertreibung gerade aufgerichtet.“ (Stangel, Peter [2007])

Die Sprache der Hände

Schon das erste Kommunikationsmittel des Menschen waren die Hände. Die Kommunikation lief lediglich über Gesten. Erst dann kamen die Worte. Auch 40.000 Jahre später verstehen wir die Sprache der Hände immer noch (vgl. welt.de [2007]). Von Kultur zu Kultur ist der Gebrauch von Gestik und Mimik jedoch verschieden. Sowie man in Italien mit Händen und Füßen spricht, ist man in Mitteleuropa wiederum viel zurückhaltender. Es hängt allein von der Persönlichkeit ab, inwieweit die Hände unterstreichen und verdeutlichen, was die Stimme erzählt. Um seine Redewirkung bei Präsentationen zu erhöhen, kann man das gut vor einem Spiegel üben. „Beschreiben Sie einfach ein imaginäres Bild oder eine Szenerie gleichzeitig mit Worten und Händen“ (vgl. Stangel, Peter [2007]). Wer seine Hände sprechen lässt, wirkt meist offener als jemand, der sie hinter seinem Rücken verbirgt. Was nur wenn die Nervosität mit einem durchgeht und Sie einfach nicht wissen wohin mit den zittrigen Händen? Halten Sie die Hände vor dem Körper in Bauchnabelhöhe locker angewinkelt. Sie können auch ein einfaches Hilfsmittel zur Hand nehmen – den Kugelschreiber. Nehmen Sie den Kugelschreiber so, dass Sie ihn mit beiden Händen in den Fingerspitzen halten. Dann sind die Hände schon einmal untergebracht und wandern nicht mehr in die Taschen, zur Nase, an den Kopf oder Gürtel. Ideal ist es natürlich, wenn Sie den Kugelschreiber nicht nur in der Hand halten, sondern ihn auch aktiv einsetzen - zum Beispiel als Verlängerung des Zeigefingers, um auf eine Folie zu zeigen. (vgl. Mück, Herbert [2002])

Eiskalt erwischt – das Lampenfieber

Wer bei Präsentationen zu Aufregung neigt, kennt das Phänomen. Der Körper streikt: feuchte Händen, dieses Kribbeln im Magen, das Herz rast und nur das Lampenfieber ist schuld daran. Kaum jemand ist ein Naturtalent im Präsentieren, so ist es völlig normal vor einem Vortrag nervös zu sein. Was hilft ist eine gute Vorbereitung und eine positive Grundeinstellung. Lenken Sie sich von negativen Gedanken ab, indem Sie sich immer wieder sagen, dass Sie ihrem Publikum etwas Geniales mitzuteilen haben. Was aber tun, wenn der Film gerissen ist und man einen Blackout hat?

  • Tief durchatmen und eine kleine Denkpause einlegen
  • Letzte Aussage wiederholen
  • Das Gesagtes kurz zusammenfassen
  • Gedanken weglassen
  • Frage an das Publikum richten

(vgl. Reichel, Gerhard und Oliver)

Und wenn gar nichts mehr hilft, kann man das Problem ganz direkt angehen, nachdem man sich verhaspelt hat: „Entschuldigung, aber ich bin ein bisschen aufgeregt.“ Das wirkt menschlich und sympathisch - zwei Faktoren, die nicht ganz unwichtig sind, wenn es um die Note oder die Zustimmung des Chefs geht.


Anhang

Der Komiker Johann Lippowitz beweist eindrucksvoll, wann Körpersprache übertrieben wirkt: http://de.sevenload.com/videos/EKMVriy/Musik-pantomime-Torn-von-Natalie-Imbru

Quellen- und Literaturhinweise:

Mück, Herbert: Tipps für optimales Präsentieren, URL: http://www.dr-mueck.de/HM_Kommunikation/Praesentieren_Rhetorik_Poehm.htm (zuletzt besucht am 02.01.2008)

Reichel, Gerhard und Oliver: Standing ovations – Wertvolle Erfolgs-Tipps rund um die Rhetorik, URL: http://www.schoenherr.de/download/dateien_free/fremd/reichel.pdf (zuletzt besucht am 02.01.2008)

Stangel, Peter (2007): Mit optimaler Körpersprache zu noch mehr Erfolg, URL: http://www.komma-net.de/rhetorik/koerpersprache_neu.asp (zuletzt besucht am 02.01.2008)

sueddeutsche.de: Verräterische Körpersprache, URL: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/bildstrecke/394/138112/p0/?img=0.0 (zuletzt besucht am 02.01.2008)

welt.de (2007): Urmenschen verständigten sich mit Händen und Füßen, 15.10.2007, URL: http://www.welt.de/wissenschaft/article1266719/Urmenschen_verstaendigten_sich_mit_Haenden_und_Fuessen.html (zuletzt besucht am 02.01.2008)


5-Minuten-Thema von Michaela Hudi im Rahmen der PR-Veranstaltung PR II (Prof. Thomas Pleil)

Studiengang Online-Journalismus/Schwerpunkt PR an der Hochschule Darmstadt (Wintersemester 2007/2008)

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Page last modified on January 27, 2008, at 12:33 PM