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Ivy Lee – Gründer der modernen Public Relations

von Julia Schmitt / 720032

Zur Person

Ivy Ledbetter Lee wird als Gründer der modernen Public Relations gesehen. Lee wurde 1877 in Cedartown (Georgia) geboren und starb 1934 in New York. Nach seinem Studienabschluss in Princeton arbeitete er als Reporter und Journalist. Zudem veröffentlichter er mehrere Bücher, u.a. 1906 die Declaration of Principles.

PR-Tätigkeiten

Zusammen mit seinem Partner George Parker gründete er 1904 die PR-Agentur Parker & Lee. Anstatt Presse und Journalisten abzuschirmen und negative Nachrichten zu verheimlichen, stand hier die Versorgung der Öffentlichkeit erstmals im Vordergrund. Durch das Nutzen von Pressemitteilungen und gezielten Kommunikationsmaßnahmen sorgte Lee für Transparenz und erfand das Krisenmanagement. Deutlich wurde dies erstmals durch seine Arbeit für die Pennsylvania Railroad Company: Die Firma hatte einen schlechten Ruf und Ivy Lee formte durch moderne PR-Maßnahmen das Image eines kundenfreundlichen Unternehmens. Auch während seiner Arbeit für den Unternehmer John Rockefeller Jr. griff Lee zu modernen Methoden: Nach dem Ludlow-Massaker, bei dem es in Rockefellers Kohlemine zu Todesfällen kam, bot er Einblicke in das Privatleben Rockefellers. Diese „Home Stories“ führten zu einem besseren Ruf und größerer Beliebtheit.

Held oder Schurke?

In Kritik geriet Ivy Lee als PR-Berater für das IG Farben Chemie-Kartell. Die US-Tochtergesellschaft sollte den Aufstieg von Nationalsozialisten fördern. Lee wurde als Antisemit beschuldigt und vorgeworfen Nazi-Propaganda betrieben zu haben. Noch während der Untersuchungen in dieser Angelegenheit starb er 1934 im Alter von 57 Jahren an einem Gehirntumor. Lees Rolle und die Ergebnisse der Untersuchungen wurden bis heute nicht veröffentlicht. Historiker sehen hier aber einen dunklen Schatten über Ivy Lees Erfolge.

Quellen

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Page last modified on August 07, 2011, at 08:46 PM