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Innovatives Product Placement am Beispiel von Kaiorize

von Lukas Korschan

Inhaltsverzeichnis:

 1.	Einleitung
 2.	Theorie
 3.	Kaiorize
   3.1.	Definition
   3.2.	Funktionsweise
   3.3.	Pro und Contra
 4.	Fazit
 5.	Quellen

1. Einleitung

Ob es nun Will Smith im Hollywood Blockbuster I am Legend ist, der mit einer Bellstaff Jacke durch das zerstörte New York City läuft oder Samstagabends auf RTL die DSDS-Jury mal wieder das Outfit der Kanidatin lobt, die auf dieses Kommando ihr Ed Hardy T-Shirt noch vier Mal strahlend in jede Kamera dreht. Klar ist: Celebrity Product Placement ist in unserer Welt allgegenwärtig.

Im Jahr 2011 hat es sich nun Kaiorize zur Aufgabe gemacht die althergebrachten Prozesse des Celebrity Product Placement mit Hilfe des Internets zu vereinfachen und zu revolutionieren.

2. Theorie

Im allgemein bezeichnet Product Placement, in Deutschland auch Produktplatzierung genannt, ein Kommunikationsinstrument im Marketing, welches für die unauffällige Platzierung von Produkten oder Marken in diversen Medien steht. Der große Unterschied zu klassischer Werbung besteht darin, dass die im Austausch gegen Geld oder andere Vorteile vorgenommene Einbindung des Namens eines Produktes oder des Unternehmenslogos einer Marke in Massenmedien scheinbar unbewusst passiert und somit vom Rezipienten nicht als störend aufgefasst werden soll.

Product Placement ist jedoch sehr vielfältig und wird zumeist in bestimmte Unterkategorien differenziert. Eine davon ist das zuvor bereits erwähnte Celebrity Placement. Hierbei geben Hersteller von Lifestyleprodukten wie Uhren, Autos oder Designerkleidung ihre Produkte kostenlos oder sogar gegen Honorar an Schauspieler, Sportler oder andere Prominente. Die Empfänger verpflichten sich im Gegenzug dazu die erhaltenen Produkte in ihrem Privatleben zu benutzen und dies öffentlich zu machen.

In der Theorie wird dabei oftmals von einer klassischen Win-Win Situation gesprochen. Auf der einen Seite bekommen die Prominenten kostenfreie Güter und möglicherweise sogar zusätzlich eine finanzielle Entlohnung. Auf der anderen Seite erhoffen sich die Unternehmen oder Hersteller beispielsweise durch Paparazzi-Fotos in branchenspezifischen Medien kostenfreie Werbung, eine Aufmerksamkeitssteigerung für ihre Marke und vor allem eine zusätzliche Glaubwürdigkeitssteigerung ihrer Produkte.

3. Kaiorize

3.1. Definition

Bei Kaiorize handelt es sich um eine neue Art von Celebrity Product Placement. Am 24. Januar 2011 von Henner Ceynowa ,Dr. Shamsey Oloko und Philippe Bahlburg ins Leben gerufen ist Kaiorize eine Internet-Plattform, die sich als Schnittstelle zwischen Modeunternehmen und Prominenten etablieren möchte - diskret, anonym und vor allem mit Charity-Faktor. Derzeit sind über 30 Unternehmen und über 75 Prominente auf Kaiorize vertreten (Stand: Februar 2011).

3.2. Funktionsweise

Bei Kaiorize kann jedes Unternehmen 20 Produkte präsentieren und dabei auswählen, für welche Prominenten, die bei Kaiorize Mitglied sind, sie sichtbar sein sollen. Die Testimonials können sich aus diesem Angebot pro Monat maximal acht Teile auswählen und bestellen. Für die Prominenten könnte man im Grunde von einem exklusiven und vor allem kostenfreien Online-Shop sprechen.

Auch für die Unternehmen fallen jedoch nur dann Kosten an, wenn ein Celebrity eines ihrer Produkte bestellt. Für jeden Artikel muss das Unternehmen an Kaiorize daraufhin 100 Euro zahlen, von denen 90 Euro an eine Agentur zum Medien Monitoring gehen. Die Agentur beobachtet anschließend 90 Tage lang, ob das Produkt am Testimonial in den Medien auftaucht. Falls dies der Fall ist werden weitere Gebühren fällig.

Gestaffelt nach Größe des Unternehmens, Bekanntheit des Prominenten und Einstufung des Mediums kostet jedes Foto das Unternehmen dann zwischen 150 und maximal 800 Euro. Von dieser Summe werden dann jeweils 100 Euro an eine von den Prominenten ausgewählte Charity-Organisation gespendet. Auch sie gebeten Fotos von sich selbst mit den bestellten Artikeln an Kaiorize zu senden. Für jedes dieser Bilder gibt es weitere 150 Euro für die wohltätige Organisation von den Unternehmen. Die können im Gegenzug mit den „privaten“ Bildern auf ihren Social Media Kanälen wie Facebook, ihrem Corporate Blog oder Twitter werben.

3.3. Pro und Contra

Für die Prominenten bietet Kaiorize jeden Tag rund um die Uhr bequemes - und vor allem kostenfreies - Online-Shopping. Die Testimonials können ungebunden agieren und es erfolgt keine langfristige Vertragsbindung an eine bestimmte Marke. Hinzu kommt der Wohltätigkeitsgedanke, der nicht nur das eigene Gewissen erleichtert, sondern natürlich zudem auch hervorragend kommuniziert werden kann.

Auch für die Unternehmen liegen in meinen Augen die Vorteile klar auf der Hand: Für sie fallen weder Fixkosten an, noch müssen sie den oftmals aufwendigen und zumeist kostenintensiven Austausch mit Agenturen führen, die ihre Produkte an mögliche Testimonials weitervermitteln können. Übertragen auf den Journalismus ermöglicht Kaiorize eine fast direkte Kommunikation zwischen Modeunternehmen und Prominenten, ohne Artist-Network-Agenturen als „Gatekeeper“. Zudem ist natürlich auch für die Unternehmen der Vorteil des Charity-Charakters zwecks Corporate Responsibility nicht von der Hand zu weisen.

Als Nachteil von Kaiorize könnte man die Bedienungsvoraussetzungen betrachten. Sowohl bei den Prominenten als auch bei den Unternehmen wird ein gewisses Maß an Online-Affinität vorausgesetzt.

4. Fazit

Abschließend bleibt abzuwarten in wie weit sich das Modell Kaiorize als neues Bindeglied zwischen Modeunternehmen und potentiellen Testimonials etablieren kann. Ich denke jedoch, dass Kaiorize die Kommunikation und Kontaktaufnahme mit Hilfe des Internets stark vereinfacht und somit grundsätzlich ein attraktives Geschäftsmodell für beide – Prominente und Modeunternehmen – darstellen kann.

5. Quellen

- https://www.kaiorize.com/login

- http://www.textilwirtschaft.de/service/archiv/pages/show.php?id=804355&a=0

- http://blog.loom-berlin.com/websites/kaiorize-celebrity-product-placement-internet

- http://www.marketing-catalysts.com/blog/2011/03/03/wertvolle-kooperationen-fur-kaiorize/

- http://www.abendblatt.de/hamburg/persoenlich/article1810837/Charity-mal-anders-Dana-Schweiger-hat-was-Neues.html

- http://wonderland.creative-assets.com/2009/01/15/the-best-product-placement-and-celebrity-marketing/

- http://de.wikipedia.org/wiki/Product-Placement

- http://www.dwdl.de/magazin/25408/product_placement_was_knftig_geht__und_was_nicht/

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Page last modified on May 27, 2011, at 06:24 PM