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Hochschulen im Netz

Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Hochschul-Pressestellen Deutschlands und mit Hilfe bei der Durchführung von Göfak in Potsdam konnte im April 2001 die Studie „Hochschulen im Netz“ durchgeführt werden. Eine dieser Studie gab es erstmals 2000. Im Dezember 2000 wurde diese Idee an 30 Hochschulen in Deutschland verschickt mit dem Resümee das 19 Universitäten und Fachhochschulen teilnehmen wollten. Nachdem der Fragenkatalog Anfang 2001 erstellt worden war ging die Studie am 25. April 2001 an den Start.

Motivation und Ansprüche für eine Hochschul-Internetseite

Natürlich geht es bei einer Hochschul-Internetseite in aller ersten Linie darum Studieren und Lehrpersonal über Aktuelles rund um das Thema Studium und Universität zu informieren. Doch es geht um weitaus mehr, z.B. um den Bekanntheitsgrad der Universitäten zu steigern, um Imagepolitik zu betreiben, einen Dialog mit den Zielgruppen zu fördern und die Effizienz und Schnelligkeit der Kommunikationsprozesse zu steigern. Dabei stellte man sich innerhalb des Arbeitskreises folgende Fragen:

• Wer nutzt die Seiten der Hochschule mit welcher Zielsetzung und mit welchen inhaltlich-thematischen Präferenzen?

  • Wie wird das www- Angebot durch die Nutzer eingeschätzt?
  • Welche Bereiche sind verbesserungsfähig, welche Angebote sind weniger interessant?

• Welche Funktion hat das Angebot für diejenigen, die es häufig, gelegentlich oder selten nutzen?

Die Fragenkomplexe setzten sich zusammen aus technischen Fragen, Fragen zum Nutzerprofilen, dem konkreten Nutzungsverhalten bzgl. des Angebotes, der Bewertung des www-Angebotes und den Benutzerwünschen. Teilgenommen haben neben Studenten, auch Studentische Mitarbeiter, Wissenschaftliches Personal, Nicht-wissenschaftliches Personal und Nicht-Mitglieder. Insgesamt nahmen 19 Universitäten teil. 5440 Fragenbögen wurden ausgefüllt und ausgewertet. Die größte Resonanz kam von der Universität Augsburg.

Ergebnisse der Studie

Nutzungshäufigkeit der Hochschul-Internetseiten 39,9 % der Befragten nutzen die Website der Hochschule täglich oder fast täglich. Dabei handelt es um größtenteils Studierender an der Universität. 27,5 % nutzen die Website 2 bis 3-mal in der Woche um sich über Vorlesungsausfälle oder andere Veröffentlichungen zu informieren. 15,2 % besuchen die Hochschulseite 1-mal in der Woche, 12,0 % klicken 2-3-mal im Monat auf die Homepage und nur 4,0 % seltener. Für 1,4 % war es der erste Besuch.

Themen im Hochschulnetz Wie nicht anders zu erwarten interessierten sich die 76 % der Studenten für Seminare und Vorlesungen auf ihrer Hochschul-Website. 70 % nutzen die Website als Informationsquelle für Neuigkeiten, Termine und Ankündigungen. 55 % für Skripte und Klausurergebnisse und nur 28 % für Presseinformationen.

Ein einheitliches Ergebnis ist nicht zu erzielen da diese Studie nicht darauf ausgerichtet war die Websites der Universitäten im Vergleich zu sehen. Am Beispiel der Uni Augsburg kann man jedoch sagen das über 50 % der Befragten diese Seite für gut bis sehr gut befanden. Aber auch auf Mängel wurde hingewiesen z.B. wurde die Aktualität und Pflege der Seite bemängelt und eine Downloadmöglichkeit wurde sich gewünscht. Eine fehlende interne Suchmaschine wurde Ende Mai 2001 freigeschaltet. Beim Mangel eines einheitlichen Design im Sinnes von Corporate Design konnte noch keine Lösung gefunden werde. Der unterschiedliche Aufbau der Webseiten verschiedener Lehrstühle einer Fakultät führt dazu, dass der Leser sich nur langsam zurechtfindet.

Links Uni Kassel Uni Augsburg

Online-PR von deutschen Universitäten Über die Studie

Websites deutscher Hochschulen sind für Journalisten Recherche- Sackgassen und Info-Wüsten, das ist das Ergebnis einer Studie, die von 30 Studenten der Universität Leipzig im Rahmen eines Public-Relations-Seminars des Studienganges Kommunikations- und Medienwissenschaft durchgeführt wurde. Die Studie wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Volker Klenk, Geschäftsführer der PR-Agentur Cohn & Wolfe in Frankfurt durchgeführt. Die Studenten haben untersucht, wie die 324 deutschen Hochschulen ihre Website nutzen, um die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Das Ergebnis war ernüchternd: die Universitäten vernachlässigen ihren Online-PR. Die Erwartungen der Journalisten beim Besuch einer Uni-Homepage werden nur zum Teil oder überhaupt nicht erfüllt. Viele Webseiten sind nicht für die journalistische Recherche geeignet.

Durchführung der Studie

Die Studie wurde Anfang November 2001 durchgeführt. Die Online-Auftritte wurden nach drei Hauptkategorien bewertet: Navigation, Interaktivität und Inhalt. Die Hochschul-Rektorenkonferenz bestimmte für die Studie die Liste der 324 deutschen Hochschulen. Alle Websites wurden zunächst nach acht Kriterien untersucht: • Ist der Navigationsbutton "Presse" auf der Homepage? • Ist eine Kontaktadresse auf der Presseseite angegeben (Tel/Fax/Ansprechpartner)? • Ist E-Mail-Kontakt zur Pressestelle angegeben? • Gibt es Bildmaterial zum Download? • Ist eine Suchfunktion im Press Room vorhanden? • Gibt es einen Call-Back-Dienst? • Gibt es die Möglichkeit eines Newsletter-Abos? • Ist der Press Room passwortgeschützt? Im zweiten Schritt wurden die 47 besten Hochschulen anhand weiterer qualitativer Kriterien untersucht, z.B. "Wie schnell wird auf eine dringende Anfrage reagiert?".

Die Ergebnisse

Etwa 50% aller Hochschulen bietet Informationssuchenden eine Kontaktmöglichkeit zum Pressereferenten. Knapp 1/3 aller Hochschulen bietet auf der Homepage einen Link zu Presseinformationen. Journalisten sehen sich bei ihrer Suche nach Informationen im Internet konfrontiert mit Recherche-Sackgassen und Info-Wüsten. Wenn ein Journalist schnell eine Information braucht, hilft mitunter noch nicht einmal die im Web angegebene E-Mail-Adresse der Pressebeauftragten. Die melden sich, den Ergebnissen der Studie nach, vielfach nicht einmal binnen fünf Arbeitstagen. Universitäten stehen zunehmend im Wettbewerb um Fördermittel, Professoren, neue Studiengänge sowie gute Studenten.

Maximal wäre eine Punktzahl von 41 zu erreichen gewesen. Die Top-3 der deutschen Hochschulen TU Berlin - 34 Punkte TU Braunschweig - 33 Punkte Universität Kassel - 31 Punkte Rang vier teilen sich mit jeweils 30 Punkten: FHT Esslingen, Universität Heidelberg, Private Universität Witten/Herdecke, TU Darmstadt, TU Dresden, FH Trier und TU Chemnitz. Die Universität Leipzig belegte einen hinteren Rang, ging jedoch unmittelbar nach dem Untersuchungszeitraum mit einer verbesserten Website an den Start.

Resümee

„Die Öffentlichkeitsarbeit der Hochschulen muss vor diesem Hintergrund deutlich gestärkt werden. Viele haben die Zeichen der Zeit erkannt, aber offensichtlich noch nicht im Internet. Hier klafft eine erschreckende Lücke zwischen den Erwartungen der Journalisten und dem tatsächlichen Online-Angebot,“ Projektleiter Volker Klenk.

www.uni-leipzig.de/~prkmw www.cwnewsroom.de.

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