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Das Mobile Web und seine wachsende Bedeutung für die PR (Claudia Bäumler, 709883)

Das Internet ist häufig die erste Anlaufstelle für Informationen – und mit der zunehmenden Verbreitung des Mobile Web ist es das immer und überall, und zum Beispiel auch, wenn es darum geht unterwegs Langeweile zu überbrücken. Laut einer Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts tfactory verwenden 11 bis 39-Jährige bereits 40 Prozent ihres Medienaufkommens für das Internet. 25 Prozent bleiben für das Fernsehen und jeweils zehn Prozent werden für Radio und klassische Printprodukte aufgewendet. Mehr als 50 Prozent der 15 bis 19 Jährigen schauen zum Beispiel ihre Lieblingsserien über das Internet. Grund dafür sind laut Philipp Ikrath, Studienleiter bei tfactory die Veränderungen in der Art und Weise, wie Jugendliche heute ihre Informationen aufnehmen. Sie wenden sich von der bisher bestehenden Schreib- und Lesekultur ab und wenden sich den technischen Möglichkeiten des Internets zu. Hier können Informationen von hoher Aktualität kostenlos und unkompliziert abgerufen werden. Und das immer in einem Maß, das genau ihren Ansprüchen entspricht. (vgl. computerwoche.de, 2008) Marktführer bei den Anbietern von Endgeräten für mobiles Internet ist Apple. Laut einer Studie des Werbe-Dienstleister AdMob aus Kalifornien wurden im Oktober 32,1 Prozent der mobilen Seitenaufrufe vom iPhone aus. Geht man von speziell auf Mobile Web optimierten Geräten aus liegt der Anteil sogar bei 50 Prozent. Nach eigenen Angaben wertete AdMob für diese Erhebung mehr als 10 Milliarden Aufrufe von Werbeanzeigen aus. (vgl: Zeit Online, 2009) Im Rahmen einer weiteren Studie untersuchte der Marktforscher iSuppli, wie häufig iPhone-Besitzer auf den Zugang zum mobilen Internet zurückgreifen. Von 50.000 amerikanischen Haushalten gaben Besitzer herkömmlicher Handys an, 71 Prozent der Zeit, in der sie das Gerät nutzen, mit Telefonieren zu verbringen. Im Gegensatz dazu verbringen iPhone-Besitzer 47 Prozent der Zeit mit Telefongesprächen. Große Unterschiede ergaben auch die Angaben zur Online-Zeit: iPhone-Nutzer surfen 12,1 Prozent der Nutzungszeit im Internet. Besitzer anderer Geräte verbringen dagegen nur 2,8 Prozent der „Handyzeit“ online. Grund dafür sei vor allem auch, dass das iPhone fast nur zusammen mit einer Flatrate für mobiles Internet erhältlich ist. (vgl. pcwelt.de, 2008)

Die Zielgruppe des iPhones:

Laut einer Studie von Nielsen Mobile (Befragung von 32.000 Menschen aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Schweden) sind 73 Prozent der europäischen iPhone-Besitzer männlich, etwa zwei Drittel sind jünger als 35 Jahre. Fast die Hälfte der Apple-Nutzer ist ledig und war nie verheiratet. 64 Prozent von ihnen nutzen den WLAN-Zugang zum Internet, was diese Funktion zur zweitmeist-genutzten nach dem MP3-Player macht. Wenn sie surfen, nutzen sie vor allem den mobilen Zugang zu ihren E-Mails. Der Anteil der vom Arbeitgeber finanzierten iPhones liegt nur bei 14 Prozent, fast 25 Prozent der Befragten nutzen ihr Gerät dienstlich, zahlen aber privat dafür. Für die Entscheidung für das iPhone gaben 29 Prozent der Befragen an, dass das Design des Gerätes eine große Rolle spielte. Für etwa ein Drittel der Befragten waren „Technologien und Funktionen“ ausschlaggebend. (vgl. Heise Online, 2008) Momentan hat das iPhone also noch eine recht exklusive Zielgruppe, die der „Early Adopter“.

Medien im Mobile Web - Beispiel GQ (Condé Nast):

Das amerikanische Verlagshaus Condé Nast wurde hart von der Krise getroffen, da Werbeeinnahmen durch Printprodukte das einzige Erlösmodell des Unternehmens waren. Durch sinkende Auflagenzahlen war Condé Nast jedoch gezwungen, seit Beginn der Krise einige Titel einzustellen, darunter „Vanity Fair“ in Deutschland, „Cookie“ und „Gourmet“ in den USA (vgl. meedia.de, 2009)

Ein möglicher Weg aus der Krise könnte für Condé Nast der Schritt ins mobile Internet sein. Ab Dezember 2009 bietet der Verlag das Männermagazin GQ als Anwendung für das iPhone an. Für 2,99 Dollar kann das Magazin im App Store gekauft und heruntergeladen werden. Am Kiosk kostet eine Ausgabe der GQ 4,99 Dollar. Auch in der digitalen Variante erhält der Kunde das komplette Magazin inklusive der Werbung. Zusätzlich hat die US-Prüfstelle für Auflagen (Audit Bureau of Circulations) erklärt, dass jeder Download der GQ einem verkauften Printexemplar entspricht. Statt der günstigeren Preise für Online-Anzeigen kann Condé Nast für Anzeigen in der App also die gleichen Summen wie im Print verlangen. Sollten durch diese Maßnahme die Verkaufszahlen gesteigert werden können, steigen also auch die Werbeeinnahmen für den Verlag. Zusätzlich zu den Inhalten der Printausgabe soll die Online-GQ auch Multimediainhalte wie Videos und Links zu den beworbenen Produkten enthalten. Darüber hinaus gibt es Sponsoren für die Anwendung, bei der ersten Ausgabe werden es Gilette und der Wodkahersteller Grey Goose sein. Besonders interessant ist für diese Unternehmen die Zielgruppe des iPhones. So lassen sich Streuverluste sehr gering halten. Sollte das Modell erfolgreich sein, will Condé Nast weitere Titel ins Mobile Web bringen. Auch Anwendungen für andere Endgeräte sind geplant. (vgl. meedia.de, 2009)

Unternehmensauftritte im Mobile Web - Beispiel Mercedes-Benz:

Mitte des Jahres 2008 startete Mercedes-Benz sein Markenportal für das Mobile Web. Unter www.mercedes-benz.mobi erwartet den Kunden seitdem ein Informations- und Unterhaltungsangebot, dass speziell auf den Zugang von unterwegs zugeschnitten ist. Unabhängig von aktuellen Kampagnen kann der Besucher sich über News, Events und technische Aspekte der aktuellen Mercedes-Benz-Modelle informieren, zusätzlich gibt es auch interaktive Elemente wie zum Beispiel animierte Fahrzeugpräsentationen. (vgl marketing-blog.biz, 2008)

Die Seite ist unterteilt in unterschiedliche Themenbereiche:

Modellübersicht mit Suchfunktion (z. B. nach Karosserieform)

Mercedes Welt mit Informationen über Events, Motorsport oder auch die Geschichte des Unternehmens

Unterhaltung mit Downloads wie Screensaver oder Wallpaper und der Download-Musikcompilation Mixed Tape, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Mixed Tape erscheint regelmäßig, aktuell ist die 29. Ausgabe online.

Service und Kontakt mit Broschüren zum Download, Händlersuche, Servicenummern und Möglichkeit zur Kontaktaufnahme.

Zusätzlich kann der Kunde noch einen SMS-Newsletter abonnieren.

(vgl. mercedes-benz.mobi, Stand Dezember 2009)

Anforderungen an Websites im Mobile Web:

Für Websites, die von mobilen Geräten aus abgerufen werden sollen, gelten besondere Regeln: Endgeräte: Der „kleinste gemeinsame Nenner“ reicht nicht aus. Der Webauftritt sollte auf so vielen mobilen Endgeräten( z. B. iPhone von Apple, das G1 von Google oder der Palm pre) wie möglich attraktiv wirken. Die Seite sollte also für mindestens 5-6 der möglichen Geräte angepasst werden. (vgl. vnr.de, o. J) Seitengröße: Noch erreicht das mobile Internet nicht die Geschwindigkeiten, die über stationäre Zugänge erreicht werden können. Daher ist es empfehlenswert, den Umfang der Website gering zu halten. Größer als 20 kb sollte der Internetauftritt nicht sein.

Navigation:

Das Handy-Internet muss ohne Maus auskommen. Die Steuerung erfolgt über Tasten oder einen Touchscreen. Die Navigation sollte daher so einfach wie möglich gehalten werden. Übersichtliche Strukturen erhöhen hier die Usability. Auch im Mobile Weg gilt die 3-Klick-Regel: innerhalb von drei Klicks sollte der User den gesuchten Inhalt abrufen können. Wird die Navigation zu kompliziert, kann der User die Seite nur umständlich abrufen und wird wahrscheinlich nicht wieder kommen. (vgl. Sauldie2009) Umfang des Angebots: Die meisten Handy-Displays können nur einen kleinen Teil der Website abbilden oder verkleinern die Seite so stark, dass die Inhalte gar nicht mehr gelesen werden können. Daher gilt es bei Seiten für das Mobile Web, das Angebot auf die relevantesten Informationen und Grafiken zu reduzieren. Soll beispielsweise ein Wetterportal durch einen mobilen Internetauftritt ergänzt werden, kann das Angebot auf aktuelle Wetterdaten reduziert werden. Redaktionelle Zusatzinhalte, die rund um das Wetter informieren sind für Reisende Nutzer eher uninteressant, sie wollen meist nur das Wetter am Zielort abfragen. (vgl. business-wissen.de, 2009)

Domain:

Soll ein Inhalt sowohl im stationären als auch im mobilen Internet verfügbar sein sollten separate Domains gewählt werden. Auf diese Weise lassen sich doppelte Inhalte vermeiden. Für das Mobile Weg eigenen sich die Endungen „mobi“ oder Subdomains wie „mobile“ oder „mobil“. Grafiken: Große Grafiken sind für mobile Websites nicht empfehlenswert, da sie aufgrund der Übertragungsmöglichkeit zu lange geladen werden müssen. Schlichte Designs werden schnell geladen, sind optisch meist jedoch nicht so ansprechend. Ein Kompromiss sind kleine Grafiken, die den Seitenaufbau nicht zu lange verzögern. Zudem verfügen viele Handys nur über einen eingeschränkten Farbraum, der die Darstellung der Inhalte beeinflussen kann. (vgl . business-wissen.de, 2009) (vgl. senkrecht-it.com, 2008)

Quellen:

Computerwoche (2008): TV wird zum Hintergrundmedium des Alltags auf www.computerwoche.de, URL: http://www.computerwoche.de/hardware/home-it/1870836/, (abgerufen am 26.11.2009)

Zeit Online (2009): Mobiles Internet: Apple baut Vorsprung aus auf www.zeit.de, URL http://www.zeit.de/newsticker/2009/11/26/iptc-bdt-20091126-374-23112022xml (abgerufen am 01.12.2009)

PC Welt (2008): Mobiles Internet bei iPhone-Nutzern besonders beliebt auf www.pcwelt.de, URL http://www.pcwelt.de/start/mobility_handy_pda/pda_smartphone/news/155689/mobiles_internet_bei_iphone_nutzern_besonders_beliebt/ (abgerufen am 01.12.2009)

Heise Online (2008): iPhone-Nutzer sind ledig und unter 35 auf www.heise.de URL http://www.heise.de/newsticker/meldung/iPhone-Nutzer-sind-ledig-und-unter-35-188944.html (abgerufen am 01.12.2009)

meedia.de (2009): Condé Nast: der Mega-Krisen-Verlag auf www.meedia.de, URL http://meedia.de/nc/details-topstory/article/cond-nast--der-mega-krisen-verlag_100023815.html?tx_ttnews[backPid]=23&cHash=b55851a1d3 (abgerufen am 05.12.2009)

meedia.de (2009): „GQ“ kommt aufs iPhone auf www.meedia.de, URL http://meedia.de/nc/details/article/gq-kommt-aufs-iphone_100024059.html (abgerufen am 01.12.2009)

marketing-blog.biz (2008): Mobile-Markenportal für Mercedes-Benz auf www.marketing-blog.biz, URL http://www.marketing-blog.biz/archives/94-Mobile-Markenportal-fuer-Mercedes-Benz.html (abgerufen am 01.12.2009)

mercedes-benz.mobi (2009), URL http://mercedes-benz.mobi/ (abgerufen am 01.12.2009)

vnr.de (o. J.): Mobile Web – ein weiterer Kommunikationskanal für Unternehmen? auf www.vnr.de, URL http://www.vnr.de/b2b/Marketing/online-marketing/web-2-0/mobile-web-ein-weiterer-kommunikationskanal-fuer-unternehmen.html (abgerufen am 01.12.2009)

Sauldie, Sanjay (2009): Die Geheimnisse erfolgreicher Websites – für Manager und Entscheider: Die iROI-Internet Markteing Strategie, Book on Demand GmbH Verlag, 2009, Seite 108

business-wissen.de (2009): Mobiles Internet: So machen Sie Ihre Website fit für mobile Geräte auf www.business-wissen.de, URL http://www.business-wissen.de/marketing/onlinemarketing/fachartikel/mobiles-internet-website-fit-machen.html (abgerufen am 01.12.2009)

senkrecht-it.com (2008): Mobile Website erstellen auf www.senkrecht-it.com, URL http://www.senkrecht-it.com/blog/1/mobile-website-erstellen (abgerufen am 01.12.2009)

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