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Die Bedeutung von Corporate Social Responsibility

Warum CSR

Corporate Social Responsibility gewinnt in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung. Unternehmen und Institutionen versuchen durch CSR -Aktivitäten und deren Bekanntmachung ihr Image als verantwortungsbewusste und engagierte Institutionen zu festigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Laut einer Studie von Professor Dr. Marc Trommsdorff sind Konsumenten bereit für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben (vgl. Studie: Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility). Die Europäische Union definiert CSR als „ein System, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“. Es geht also um die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen und Institutionen, die freiwillig und über den gesetzlichen Rahmen hinaus wahrgenommen wird. Unternehmen sollen demnach mehr sein als Ökonomen, die Gewinne erzielen, Arbeitsplätze schaffen und Güter herstellen. Das verantwortliche Handeln soll im besten Falle gegenüber allen Stakeholdern geschehen: Umwelt, Mitarbeiter, Konsumenten und Gesellschaft. Darüber hinaus soll die Wirkung das politische Handeln beeinflussen. Dadurch, dass dieses freiwillig geschieht bekommen die politischen Akteure wichtige Impulse für die Gesetzgebung.

Leitsätze

Es gibt mehrere internationale Instrumente, die als Grundlage für CSR dienen: OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen, der Global Compact der Vereinten Nationen und die Dreigliedrige Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über multinationale Unternehmen und Sozialpolitik. Die OECD-Leitsätze sind Empfehlungen von Regierungen an multinationale Unternehmen für verantwortliches Handeln. Diese wurden von den 30 OECD-Ländern sowie Ägypten, Argentinien, Brasilien, Chile, Estland, Israel, Lettland, Litauen, Slowenien und Rumänien unterzeichnet. Die Unterzeichnung verpflichtet zur Einrichtung von Kontaktstellen, die die Umsetzung der Leitsätze überwachen. Die Leitsätze beinhalten zehn Kapitel. Diese behandeln unter anderem folgende Themen: Informationspolitik der Unternehmen, Kampf gegen Korruption, faire Geschäftspraktiken und Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Arbeitnehmerorganisationen. Der Global Compact der Vereinten Nationen ist eine freiwillige Verpflichtungserklärung von 3380 Unternehmen aus 120 Ländern. Der Global Compact versteht sich als Dialog- und Lernforum für Unternehmen und beinhaltet zehn Prinzipien zur Wahrung der Menschenrechte, Abschaffung von Zwangs- und Kinderarbeit, Umweltschutz und Kampf gegen Korruption. Die Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation ist ein internationaler Konsens zwischen Regierungen, Gewerkschaften und Unternehmensverbänden und legt Anforderungen im Bereich von Arbeits- und Sozialstandards fest. Um die CSR-Aktivitäten zu belegen und transparent zu machen veröffentlichen Unternehmen CSR- oder Nachhaltigkeitsberichte. Die Global Reporting Initiative entwickelte einen Leitfaden zu Nachhaltigkeits- und CSR-Berichten um Vergleichbarkeit untereinander zu ermöglichen und die Berichte zu standardisieren. Bis 2009 wird dieser Leitfaden als ISO 26.000 normiert sein. CSR kann aber auch frei nach dem Motto „tue gutes und rede darüber“ mit anderen PR-Maßnahmen bekannt gemacht werden. Denkbar wären Veranstaltungen für Stakeholder (Tag der offenen Tür), Veröffentlichung von Informationsbroschüren, Pressemitteilungen, Kategorie im Online-Auftritt, Organisation von Workshops und nicht zuletzt die Nutzung der internen Kommunikationskanäle, da eine lebendige CSR-Kultur von engagierten Mitarbeitern lebt. Zum Beispiel ermöglicht die Deutsche Börse AG ihren Mitarbeitern einen freien Tag im Jahr an dem sie für Kinder- und Jugendeinrichtungen Freiwilligenarbeit leisten.

Praxisbeispiel:

Ein Beispiel wie Unternehmen ihre CSR-Strategie verfolgen kann die SAP AG liefern. Das Unternehmen fördert das Engagement von Miterbeitern bei der First Lego League, bei der Kinder und Jugendliche an Technik herangeführt werden, bietet University Alliances, die kostenlose Bereitstellung von Lösungen für Universitäten beinhaltet und arbeitet mit Transparency International, einer Anti-Korruptionsorganisation zusammen.

Gefahren:

Unternehmen können mit dem CSR-Engagement Marketing-Maßnahmen tarnen, wie im Falle von SAP AG bei University Alliances. Auch der Begriff Greenwashing fällt im Zusammenhang mit CSR relativ häufig – da versuchen Unternehmen ihr schlechtes Image durch CSR-Kampagnen rein zu waschen. Bei Unternehmensentscheidungen oder Skandalen, die einen weit reichenden Schaden anrichten (Bsp. Telekom Spitzelaffäre oder Nokia Verlagerung nach Rumänien) kann die beste CSR-Strategie den Imageschaden nicht ausgleichen.

Quellen:

Internetportal der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) http://www.csrgermany.de/www/CSRcms.nsf/ID/home_de

Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales http://www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/1836/startseite.html

Website Deutsche Börse AG http://deutsche-boerse.com/dbag/dispatch/de/kir/gdb_navigation/about_us/15_Corporate_Engagement/50_Social_Affairs

Studie Nachhaltigkeit und Corporate Responsibility

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Page last modified on July 08, 2008, at 08:43 PM