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Bewegtbild-Kommunikation im Internet:

Herausforderung für PR und Journalismus

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig hat im Sommer 2008 eine Studie in Kooperation mit „News aktuell“ durchgeführt. Mittels einer empirischen Untersuchung wollten die Mitarbeiter der Universität heraus bekommen, wie weit Webvideos wie „YouTube“ oder „MyVideo“ bei Journalisten und Mitarbeitern der PR im Vergleich zu anderen Medien in der Praxis verbreitet sind.

Insgesamt nahmen an dieser Studie 2400 Befragte aus den Bereichen Journalismus und Public Relations teil. Bei dieser Studie mit Fach- und Führungskräften aus den beiden Berufsgruppen konnte festgestellt werden, dass PR-Mitarbeiter mit einer Nutzungsrate von insgesamt 20,2% schlechter mit Bewegtbildern vertraut und weniger aktiv sind als Journalisten mit 33,4%.

Woran liegt die geringe Nutzung von Bewegtbildern bei den PR-Mitarbeitern?

Wie die Studie zeigte, besteht zwar ein sehr großes Interesse an Webvideos in Bereich PR, jedoch mangelt es an technischem Know-How der Mitarbeiter: z. B. bei der Produktion und der Nachbearbeitung von Videos. Somit erklärt sich die große Nachfrage an Nachwuchs mit Kompetenzen in Bewegtbildern und redaktionellen, multimedialen Kenntnissen. PR-Verantwortliche müssen in Zukunft mehr können, als nur Presseinformationen zu versenden oder zielgruppenorientierte Texte für eigene Medien zu erstellen. Weitere Probleme sind die geringe Motivation, bzw. eine spürbar vorhandene Medienscheue und enge Budgets. Das heißt, viele Unternehmen oder Agenturen sehen entweder keine Notwendigkeit an Webvideos oder verfügen nicht über die finanziellen Mittel für eine technische Weiterentwicklung der Informationsarbeit. Momentan lässt die PR ihre Contents extern produzieren. Diese Aufträge können das Budget jeder PR Abteilung in die Enge treiben. Es entstehen zu hohe Kosten, die durch „eigenes geschultes Personal“ gespart werden könnten. Ebenso könnte die Projektdauer deutlich verkürzt werden, da keine Auftragskonzeption notwendig und die Kommunikationswege kürzer wären.

Wo sehen die PR-Verantwortliche den Nutzen von Bewegtbildern?

Die meisten PR-Verantwortlichen können sich den Nutzen des Internets sehr gut im Bereich Corporate Publishing vorstellen. Hierbei geht es darum, Imagefilme aus den Unternehmen, Fachtagungen oder Messen auf eigenen Websites zur Verfügung zu stellen. Auch in den Bereichen Presse- und Medienarbeit wäre das Internet sehr gut einsetzbar. Zum Beispiel Footage-Downloads als Zusatzmaterial zu Pressemappen, Pressemitteilungen und sonstige Roh- und Begleitmaterialen für Journalisten mittels z. B. Web 2.0 Kommunikationsplattform wie YouTube-Clips.

Wie können Bewegtbilder Erfolge erzielen?

Die Erfolgsfaktoren von Bewegtbildern im Internet liegen in ihren einfachen, langfristigen und kostengünstigen Publikations- und Distributionsmöglichkeiten. Eine Veröffentlichung im Internet bietet zudem die Möglichkeit, vorhandene Multiplikatoren im Internet mit Informationen zu versorgen. Die ständige Verfügbarkeit der Information im Internet fördert den Zugriff und die Nutzung der Materialien durch andere PR-Stellen.

Fazit

Festgefahrene Unternehmenskulturen sollten neu ausgerichtet werden. Das heißt, Mitarbeiter einer PR Agentur sollten schon früh beginnen die richtigen Entscheider des Unternehmens von den Möglichkeiten des Web 2.0 zu überzeugen. Neue Mitarbeiter in Unternehmen, z. B. aus dem Bereich Online-Journalismus, können einen Web 2.0-Aufschwung mit sich bringen und eine vorhandene Medienscheu nehmen. Die Integration von Social Networking als gute Umgangsform zwischen den Mitarbeitern fördern das Interesse und die Neugier nach innovativen Strömungen im Internet. Eine Grundvoraussetzung, die zum schnellen Erfolg und zur Motivation der Verantwortlichen und der Mitarbeiter führen kann, ist eine benutzerfreundliche Software zur Nacharbeitung von Webvideos. Engagierte Mitarbeiter und überzeugte PR-Verantwortliche sind der Steuerungsmechanismus für die Einführung neuer Medien. Schulungen bzw. Weiterbildungen könnten für die PR-Verantwortlichen angeboten werden, wenn sie mit der Zukunft der Internetentwicklung mithalten sollen. Mit den richtigen Mitteln und dem Aufbau von Know-How könnte die große Kluft zwischen Internet-Erfolg und fehlenden Kompetenzen schneller und leichter geschlossen werden.

Quellen


5-Minuten-Thema von Sudabah Djamshedzad im Rahmen der PR-Veranstaltung PR IIa (Thomas Pleil) Studiengang Online-Journalismus mit Schwerpunkt Online-PR/ Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule Darmstadt (Wintersemester 2008/2009)

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Page last modified on February 16, 2009, at 12:03 AM