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Barrierfreie Web-Auftritte von Tim Kappes

Was versteht man unter barrierefreiem Webdesign?

Unter barrierefreiem Webdesign, oftmals auch Web Accessibility genannt, versteht man eine derartige Gestaltung einer Seite, dass sie jeder Mensch nutzen und lesen kann (Barrierefreies Webdesign: Das Web, die Zugänglichkeit und die Nutzung durch Menschen mit Behinderung, in: Barrierefreies Webdesign, URL: www.barrierefreies-webdesign.de) – ganz gleich ob er unter körperlichen Einschränkungen leidet oder nicht.

Welchen Einfluss hat das auf mein Informationsangebot?

Um Inhalte für jeden zugänglich zu machen bedarf es einiger Berücksichtigungen. In Zeiten des multimedialen Internets, muss ich mir stets die Frage stellen: Ist der Inhalt für jeden zugänglich? Jakob Nielsen schreibt zum Thema Hörbehinderungen in seinem Buch Designing Web Usability - The Practice of Simplicity: „Von gesprochenen Audioclips sollten Transkripte verfügbar gemacht und Videos sollten mit Untertiteln versehen werden.“

Wieso ist barrierefreies Webdesign wichtig?

Immer mehr Menschen haben körperliche Einschränkungen. Diese „Behinderungen“ können einen Menschen von Geburt an begleiten, plötzlich (als Folge eines Unfalls oder einer Krankheit) auftreten oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Denn je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch wir körperliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Doch leider werden diese „Einschränkungen“ bei der Gestaltung von Webseiten oftmals vernachlässigt.

Dabei gibt es etliche Gründe die für einen „barrierefreien“ Webauftritt sprechen. Denn außer den Vorschriften (Barrierefreie Informationstechnik- Verordnung, Landesgleichstellungsgesetze, IBM Leitlinien zur Entwicklung zugänglicher Software, Web Content Accessibility Guidlines 2.0) und dem menschlichen Anstand gibt es auch einige pragmatische geschäftliche Gründe, warum das Web für behinderte Menschen zugänglich sein sollte. Häufig sind behinderte Menschen sehr treue Kunden, sobald sie einmal Anbieter gefunden haben, die sie gut bedienen und ihre besonderen Bedürfnisse berücksichtigen (Jakob Nielsen: Designing Web Usabilitiy; 2001, Auflage 2; S.298).

Ein Beispiel hierzu:

Der Internetauftritt einer Behörde, bezieht sich in der Regel vor allem auf das Angebot von Datenbereitstellung und elektronischer Datenverwaltung. Öffentliche Bekanntmachungen und Pressemitteilungen werden genauso bereitgestellt wie diverse Vordrucke, Anträge oder Formulare die Bürger benötigen.

Stellen Sie sich vor Sie sitzen im Rollstuhl, sind also nicht oder nur mit viel Mühe in der Lage sich diverse Informationen vor Ort, also in der Behörde selbst zu holen. Nun werden diese Daten zwar auch im Internet angeboten, da Sie aber auch noch dazu sehr schlecht sehen, hören (…) sind sie darauf angewiesen das die Daten auf verschiedene Weiße abrufbar sind.

Gerade hier ist es als wichtig (wenn auch technisch manchmal nur sehr schwer umsetzbar, zu versuchen die Daten und Informationen für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen – ob sie nun eingeschränkt sind oder nicht. Ähnliches gilt bei sämtlichen, für die Existenz eines Bürgers relevanten Online-Auftritten die darauf abzielen ihren Nutzern Informationen anzubieten, einzuholen oder mit Ihnen auszutauschen.

Fazit:

Was bedeutet das nun für mich als Anbieter? Ich muss mir stets im Klaren darüber sein, dass nicht jedes meiner Angebote gleich abgerufen und verwendet werden kann. Berücksichtige ich dies und passe meine Angebote dementsprechend an, beziehungsweiße stelle meine Informationen auf verschiedene Arten zur Verfügung, so halte ich mich nicht nur an Richtlinien und Gesetze, sondern handle ebenso menschenwürdig und kann mir außerdem sicher sein, einen größeren Kunden- oder Nutzerkreis zu erreichen.

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Page last modified on November 09, 2011, at 11:41 PM